Geschichte

Das Wappen

Ein längs gespaltener Schild, links in Silber, rechts in Grün, nimmt im silberne Feld eine grüne, knorrige Eiche mit 8 goldenen Eicheln und im grünen Feld drei nach links blickende untereinanderstehende Haubenlerchen auf. Die Schildfarbe Grün und die knorrige Eiche im silbernen Feld verweisen auf den Ursprung. Das unverkennbare Symbol für den einmaligen Namen Vögelsen sollen die Haubenlerchen sein. Dieser heimische Vogel ist hier weit verbreitet.

Die Entstehung

Vögelsen war ursprünglich ein kleines Bauerndorf, in dessen Kern heute noch alte Eichenbestände auffallen. Im Jahre 1158 wird Vögelsen als Vogelsen, auch Voghelsen erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Unterzeichnet ist die Urkunde mit Ort und Datum: Verden, 21.05.1158. Das ist die erste nachweisbare Nachricht über Voghelsen als Stiftsgut von Bardowick.

Über die Dörfer Vögelsen und Mechtersen besaß das Adelsgeschlecht derer v. Meding das Recht, über die Gutsleute zu Gericht zu sitzen. Dieses bestand bis über das 15. Jahrhundert hinaus.

Auch Vögelsen ist durch den 30jährigen Krieg heimgesucht worden und hat Opfer bringen müssen. Im Jahre 1626 lagen 4.000 Dänen in und um Bardowick, so auch Vögelsen, sie plünderten und raubten beim Abzug Rinder, Schweine und Schafe. 1629 ist das neue Sächsische Regiment zu Fuß durch Bardowick marschiert und in Vögelsen und Mechtersen liegen geblieben. Von Vögelsen aus sind sie erst nach Amelinghausen weitergezogen. Erst 1648 waren die letzten Truppen abgezogen.

Im Jahre 1717 kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Vögelsen und Ochtmissen wegen zwei Fuhren Plaggen (Heide-Plaggen wurden zum Streuen der Kuhställe benötigt). Die Vögelser hatten geglaubt, dass sie die Plaggen auf ihrer „Gerechtigkeit“ gehauen hätten. Nach einer von den Ochtmissern geforderten Prüfung wurde festgestellt, dass die Plaggen zum Schnedegericht Lüne gehörten – und somit nach Ochtmissen.

Bis zum Jahre 1840 hatte Vögelsen keinen Nachtwächter. Johann Christoph Lütjens hat den Posten auf Antrag der Gemeinde angenommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Vögelsen 15 Feuerstellen, die Anzahl der Einwohner ist nicht bekannt. Bis zum Jahre 1852 gehörte Vögelsen zum Amte Winsen/Luhe und von 1852 bis 1885 zum Amt Lüne. Bestandteil des Landkreises Lüneburg wurde Vögelsen im Jahre 1885.

Am 16. Juni 1870 waren in der Angelegenheit betreffs der „Expropriation“ (Enteignung) der zum Ausbau der Wittenberger-Buchholzer Bahn erforderlichen Grundstücke in der Feldmark Vögelsen die Entschädigungsberechtigten mit Vertretern der Eisenbahnverwaltung zusammen gekommen. Den beteiligten Vollhöfnern hatte man die Größen der in Frage kommenden, abzutretenden Grundstücke an Wiese, Weide und Acker in der Zusammenkunft bekannt gegeben. Einwendungen seitens der Vollhöfner sind nicht bekannt. Diese Bahnstrecke wurde ausgebaut und im Jahre 1873 in Betrieb genommen, allerdings ohne Haltestelle in Vögelsen. Diese wurde erst im Jahre 1948 eingerichtet.

Die Errichtung eines zweiten Gastwirtschaftbetriebes wurde 1914 vom Abbauer Reinhold Buhr beantragt, da der zu der Zeit ansässige Schankwirt Peter Garbers keine Nachtgäste und kein Kartenspiel zum Zeitvertreib in seiner Schankwirtschaft erlaubte. Somit waren die jungen Leute aus Vögelsen gezwungen, in die Nachbarorte Mechtersen oder Bardowick zu gehen. Eine große Anzahl der Ortseinwohner begrüßten diesen Antrag. Er wurde aber von dem Kreisausschuss abgelehnt.

Auch der Zweite Weltkrieg, noch grausamer als der Erste, hat in Vögelsen Sorgen und Leid gebracht. Wenn auch das Dorf von Bomben verschont wurde, so war gleich nach Beendigung des Krieges Vögelsen mit englischen Truppen belegt. Danach kamen die Flüchtlinge aus dem Osten, die auf den Höfen untergebracht werden mussten. Als die Polen nach Bardowick einrückten, musste Bardowick innerhalb zwei Stunden geräumt werden, wobei die Einwohner von Vögelsen mit ihren Gespannen halfen. Viele Bardowicker fanden Unterkunft auf den Höfen in Vögelsen bis zum 29. März 1946, als die Polen per Bahn abtransportiert wurden.

1961 begann man mit der Planung für das Baugebiet „Am Stadtberg“. Durch diese Neuansiedlung erhöhte sich die Einwohnerzahl von bisher ca. 370 Personen bis zum Jahre 1966 auf 970 Personen.

In einer kurzfristig anberaumten Gemeinderatssitzung, die am 9. November 1968 statt fand, sprach Bürgermeister Kathmann über die Eingemeindung der Gemeinde Vögelsen nach Lüneburg. Wenn auch die Gebietsreform noch nicht endgültig abgeschlossen sei und manches offen lässt, so müsse man sich doch um die Zukunft der Gemeinde sorgen machen, so Bürgermeister Kathmann. Nur eine ortsnahe Verwaltung werde dem dörflichen Leben gerecht.
Die Gemeindeverwaltung beschloss einstimmig, sich mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen eine Eingemeindung nach Lüneburg zur Wehr zu setzen. Die Bildung einer Samtgemeinde der drei Gemeinden Bardowick, Mechtersen und Vögelsen wurde 1974 beschlossen.

Der seit 1826 vakante Pfarrbezirk III Vögelsen und Mechtersen mit Sitz im Pfarrhaus in Vögelsen wurde 1979 durch Pastor Wilke wieder neu besetzt. Da Vögelsen keine Kirche hat, wurde der Gottesdienst am ersten Sonntag im Monat in der Friedhofskapelle abgehalten. Seit 1992 gibt es ein Kirchenzentrum in der Schulstraße, in dem seitdem neben dem Gottesdienst viele unterschiedliche Aktivitäten durchgeführt werden.